Microsoft Office ProPlus – hohes Datenschutzrisiko

Created with Sketch.

Veröffentlicht am 12.04.2019

Von Andrea Wünscher, Juristische Mitarbeiterin der Kanzlei Dr. Zeilinger
www.christianzeilinger.at

Artikel als pdf zum Download  PDF Download

Mit dem Nutzen der Office ProPlus-Programme in der Version Office 365 von Microsoft könnten  Unternehmen und Vereine – auch in Österreich – gegen die DSGVO verstoßen.

„Microsoft sammelt systematisch und in großem Umfang Daten über die individuelle Nutzung von Word, Excel, PowerPoint und Outlook. Und das heimlich, ohne die Leute zu informieren.“ Der Bericht der Datenschutz-Beratungsfirma „Privacy Company“ über die vielgenutzten Programme des internationalen Softwareherstellers Microsoft ist alarmierend. Laut diesem Bericht werden unter anderem Informationen über das Verwenden einer Online-Rechtschreibprüfung und das Betätigen der Rücktaste gesammelt, also sogenannte Telemetriedaten.

Das niederländische Justizministerium gab eine Untersuchung inklusive Datenschutz-Folgeabschätzung in Auftrag, dessen Ergebnis mehr als bedenklich ist: Seitens Microsoft geschieht demnach eine Speicherung von umfangreichen personenbezogenen Daten ohne öffentliche Dokumentation. Bislang wurden von der Software systematisch Daten über die individuelle Nutzung gesammelt, ohne dass diese eingesehen werden können.

Bereits 2017 erklärte die niederländische Datenschutzbehörde, dass Microsoft unter anderem durch eine fehlende Rechtsgrundlage für die Verarbeitung der Daten gegen geltendes Datenschutzrecht verstößt. Microsoft legte daraufhin einen Plan mit Verbesserungen vor, um die Verstöße zu beenden. Doch weiterhin werden bis zu 25.000 Arten von Ereignissen an die US-Server des Softwareherstellers gesendet und in weiterer Folge von internen Ingenieur-Teams bearbeitet.

Bis Ende April möchte Microsoft laut Berichten die Office-Version aktualisieren, um die Software mit der DSGVO in Einklang zu bringen. Erst dann können Unternehmen und Vereine die Programme bedenkenlos verwenden. Besteht die Möglichkeit, so ist es ratsam, bis dahin Alternativen – wie beispielsweise Open Office – zu verwenden.

www.christianzeilinger.at